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Borderline

 

Ob ich denn schreibe, weil ich Borderline  habe?

 

Nein, ich schreibe, weil …

 

Ja, weil …

 

Weil ich gern schreibe?

 

Ich sonst nicht viel kann?

 

Weil es …

 

Ich weiß es nicht, ich denke ... ich schreibe, weil ich bin.

 

Ich schreibe weil es IST. So wie es ist.

 

Ich brauche keinen Grund.

 

Was war früher da, Borderline  oder ich?

 

Sind Borderline  und ich ein Wir. Haben wir gelernt, miteinander auszukommen. Haben wir eine neue Wirklichkeit erschaffen?

 

Borderline  ist ein Teil in  mir, der kein Teil von mir ist.

 

So einfach. So schwer.

 

Ich muss nicht mehr wissen. Ich muss nicht mehr verstehen und doch war ich schon seit jeher auf der Suche nach den verschiedensten Wirklichkeiten um mich.

 

Warum versteht man einander nicht, warum versteht man einander falsch? Ein falsches Verstehen ist gegeben, wenn die Wirklichkeiten voneinander abweichen.  Wenn sie nicht kompatibel sind. Und nur wenn man einander diese Wirklichkeiten zugesteht, hat man eine Chance auf eine gemeinsame Wahrheit, der Realität zum Trotz.

 

Ich meinen Geschichten und Büchern ist dies das zentrale Thema. Es ist keinesfalls die Sprache, es ist keinesfalls ein „du verstehst mich falsch.“  Es ist anders. Dieses ANDERSsein ist ein MEINSsein. Ein EUERsein. So, lasst uns unser SEIN.

 

Taucht ein in meine Geschichten und lasst es zu. Ich für meinen Teil öffne die Tür, nur einen Spalt – zugegeben,  es liegt an Euch, sie gänzlich zu öffnen und in meine Welt einzutreten.

 

Und vielleicht … möglicherweise … erschaffen wir ein neues Drittes.

 

Borderline: Es folgt alles einem Schema. Es pendelt. Pendelt aus. Und manchmal … Pendelt es sich nicht wieder ein.

 

 

 

 

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Kommentare: 2
  • #1

    J. Mertens (Donnerstag, 24 Oktober 2019 17:19)

    Es wird einfach, wenn man das Schwierige nicht zu ergründen versucht, sondern dessen Sein schlichtweg akzeptiert. Nicht hinterfragt. Nicht verurteilt.

    Sehr gute Gedanken, Lady.

  • #2

    Torsten Hannig (Mittwoch, 25 März 2020 06:20)

    Ich habe akzeptiert, dass es ein Teil von mir ist, ein Teil, dessen Existenz ich mir lange Zeit nicht bewußt war, ein Teil, den ich lange versucht habe zu ignorieren, obwohl er sich immer wieder mit aller Macht Gehör verschafft hat, ein Teil, den ich an mir nicht mag, ein Teil, den ich vor anderen verbergen muss, ein Teil, vor dem ich mich schützen muss, ein Teil, der mich rasend macht, ein Teil, der mich verzweifeln lässt, aber mein Teil, aus dem ich Kraft ziehe, mein Teil, der mich nachdenken lässt, mein Teil der mich zeichnen lässt, mein Teil, der mich empfinden, und der mich lieben lässt. Soviel habe ich jetzt verstanden, ich wäre nicht ich, ohne ihn, ob das gut ist oder nicht, er geht nicht weg, er verlässt mich nicht, er ist immer da, wenn ich ihn brauche, und wenn ich ihn hasse, bis das der Tod uns scheidet und seltsam, seitdem ich ihn als Partner akzeptiere, verhält er sich vernünftiger, übernimmt Verantwortung, lässt mir meinen Freiraum. Wer will auch schon immer ignoriert und unterdrückt werden?