Die Equipe                                                              Der letzte Sitzkreis


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 In ihrem Roman »Die Equipe« richtet sich die Autorin Svea Kerling nicht nach der Identität der Darsteller, sondern bringt eine Darstellung in den Raum, die sich nach dem Handeln der einzelnen Darsteller richtet. »Die Equipe« kennt kein Happy-End, es kennt keine Alternative am Ende, und doch gelingt es dem Leser, sich in den jeweiligen Personen einmal mehr und einmal weniger wiederzufinden. Das Mögliche und das Notwendige stehen immer im Mittelpunkt des Geschehens, kurze straffe Handlungseinheiten und sein anscheinend geringer Umfang ohne Nebengeräusche machen aus dem Werk von Svea Kerling ein kleines Meisterwerk der Tragödie.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Erhältlich als Ebook, Taschenbuch und Gebundenes Buch


Kundenrezensionen

Wauuuu

monika31. August 2019

Genial, war fix gelesen. Ist jetzt schon meine neue Lieblingsautorin. Freu mich schon auf mehr.

Beeindruckend!

maya, 26. Januar 2018

"Die Equipe" ist erneut ein außergewöhnliches, intensives Werk von Svea Kerling. Wie immer bei ihren Büchern habe ich auch dieses zweimal gelesen, um alles zu erfassen.
Bedrückend, aber auch packend - fast möchte ich sagen: einsaugend - beschreibt sie die Sitzung bei einem Therapeuten aus unterschiedlicher Sicht. Sie schont dabei niemanden. Ich liebe diese klare, ausdrucksvolle Sprache, die nichts beschönigt. Die Bezeichnung als Kammerspiel in einem anderen Kommentar trifft es sehr gut.
Auch bei diesem Buch war ich nicht nur Zuschauer, sondern mittendrin im Geschehen, der Gedanken- und Gefühlswelt. Mehr als einmal habe ich mich in den Gedanken der unterschiedlichen Akteure wiedererkannt. Das hat mich veranlasst, in meine eigenen Tiefen zu sehen und mich erneut in Manchem selbstkritisch zu hinterfragen. Das kann man gar nicht oft genug tun.
Über den Schluss sowie den Therapeuten wurde bereits in der Rezension vom 17. Januar alles gesagt, was ich zu sagen gehabt hätte.

Der Buchrücken bringt nicht alles an den Tag

Sarah Blume, 6. April 2018

Nach „Schwarz oder Weiß – Borderliner kennen kein Grau“ und „S. Kerling meets E. A. Poe“ stand nun schon lange die Rezension des dritten Buches meiner Lieblingsautorin aus Österreich an.

Liebe Svea,

es wird wirklich Zeit, dass wir uns mal persönlich begegnen. Es hat schon eine gewisse Faszination sich in Deine Gedanken zu begeben und somit auch Teil Deiner Dir eigenen Welt zu werden.

Letztes Jahr habe ich angefangen „Der letzte Sitzkreis“ zu lesen und habe es seitdem nicht mehr wirklich aus der Hand legen können. Also, ich habe gar nichts anderes mehr so intensiv verschlungen wie diese Schilderung eines Sitzkreises einer Ansammlung von Menschen, die in dieser Therapieform eine Zweck- und auch eine Zwangsgemeinschaft eingehen müssen.

Du schilderst offen und klar, was in den Köpfen aller Beteiligten so vor sich geht und erst wenn man alle Protagonisten für sich erschlossen hat, kommt es zum mehrfachen „AHA“-Effekt.

Aus diversen anderen Gelegenheiten ist mir die Dynamik von Gruppenprozessen mehr als bekannt und bewusst. Dennoch habe ich gelernt, dass die Gräben zwischen Menschen in dieser Konstellation noch viel tiefer sind, als ich diese bisher wahrgenommen habe oder wahr zu nehmen in der Lage war.

Tatsächlich würde ich dieses Buch dennoch als, bitte verzeihe mir, „relativ“ leicht verständlich einordnen. Vom Aufbau her schaffst Du es Stück für Stück dem Leser diverse Welten zu öffnen, die nicht wirklich ein Happy End finden, aber ein großes, recht komplexes, Eins in sich haben.

Ich danke Dir für diese Erzählung, Svea. Wirklich!

Die Psychofalle schnappt zu ...

J, Mertens, 17. Januar 2018

 

Wenn ein Buch auf so positive Weise ungewöhnlich ist, dass es kaum klassifizierbar ist, dann ist es gut möglich, dass die Verfasserin Svea Kerling heißt. Mit ihrem neuesten Werk "Die Equipe - Der letzte Sitzkreis" hat sie sich selbst übertroffen und ihre Themenwelt auf das nächsthohe Level angehoben.

Ein Raum, eine geheimnisvolle Tür, eine Therapiegruppe und ein Westentaschenpsychologe sind im Prinzip schon alle Elemente, mit denen der Leser es zu tun bekommt. Die Geschichte selbst ist recht simpel gestrickt, wird aber durch die unterschiedlichen Wahrnehmungsebenen der einzelnen Sitzungsteilnehmer immer wieder neu interpretiert. Dadurch erscheint der sich stets wiederholende Handlungsablauf in einem völlig neuen Licht und macht den Eindruck, jedes Mal eine völlig neue Story zu erzählen. Doch die Betrachtungsweisen fügen sich schließlich zu einem großen Gesamtgebilde, in dem der ausrangierte (fast schon dämliche) Psychologe mit dem treffenden Namen "Unfried" allmählich zu verblassen scheint. Doch dann, wie durch einen Axthieb, bricht der Komplex mit einem schaurigen Finale auseinander und wartet mit einem völlig unerwarteten Ausgang auf, der - auch hinsichtlich des tragischen und rätselhaften Epilogs - nicht nur den Sitzkreis, sondern auch den Verstand des Lesers mit Brachialgewalt vor die Wand fahren lässt.

Die Geschichte ist, wohl aus gutem Grund, in einer verbalen Stickigkeit und Dichte verfasst, die nach und nach im Leser ein klaustrophobisches Gefühl erzeugt. Doch der bereits erwähnte Ausbruch aus dieser depressiven Falle ist keineswegs die erhoffte Befreiung. Menschliche Probleme, Sorgen und Nöte vernetzen sich allmählich zu einer schrecklichen Fratze, die aber nicht zuletzt erst durch den Sitzkreis erzeugt wird. Und schlussendlich kommt man auch zu der Überzeugung, dass der einzig Verrückte hier der Therapeut ist. Häkeltantenpsychologen erhalten bei der Lektüre eine verdient schallende Ohrfeige.

"Die Equipe" ist ein Meisterwerk der besonderen Literatur. Die Story lässt sich kaum einem klaren Genre zuordnen und erinnert auf unheimliche Weise an filmische Glanzleistungen eines Stanley Kubrick oder David Lynch. Liebhaber ungewöhnlicher Kost kommen hier definitiv auf ihre Kosten.