Was-Auch-Immer, Corona Tag 13

 

Samstag.

 

 

Wieder ein Tag.

 

Wieder mehr Zeit.

Wieder weniger Energie.

 

 

Energie - so sagt man - Energie kann weder erzeugt noch vernichtet werden. Sie geht nie verloren. Sie kann nur von einer Form in andere Formen umgewandelt oder von einem Körper auf andere Körper übertragen werden.

Meine Frage nun, wo steckt sie. In was hat sie sich verwandelt? Geht meine Energie darin verloren, nur in dem ich sie suche? Würde ich nicht suchen, meine Energie nicht damit verschwenden … nach ihr selbst zu suchen …

 

 

Die Idee von gestern finde ich im Grunde gut. Zumindest nicht ganz so schlecht.  Zeit portionieren. Einfrieren und sie je nach Bedarf zu nutzen. Das mit dem Aufwärmen wäre noch zu klären. Zurzeit habe ich zu viel von ihr. So viel Zeit, dass allein ihre Anwesenheit all meine Energie umwandelt. In was auch immer. Und dieses Was-Auch-Immer … wo ist es?

 

 

 

Der Gedanke tröstet mich, dass Energie nicht verloren gehen kann. Ergo, muss ich sie nur finden. Ich finde sie, keine Angst. Wenngleich auch nicht im Alkohol. Denn darin liegt nur die Wahrheit. Die, wie wir wissen, auch nur ein Trugschluss ist. 

 

Wie der Mann mit Hut so treffend sagte (Die Equipe) – während er mit seinen knorrigen Fingern über die Hutkrempe strich. »Wahrheit schmerzt und sie ist doch nicht mehr als ein Irrtum.«

 

 

 

Morgen, ja morgen. Morgen ist Sonntag. Wie auch beinah jeden Tag, nur ohne diesen Montag.

 

Tagebuch Ende.

 

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Kommentare: 1
  • #1

    Torsten Hannig (Samstag, 04 April 2020 09:50)

    #SIR WILLIAM OSLER

    "WARUM ICH ANFING MEIN LEBEN IN TAGESEINHEITEN ZU PLANEN UND DABEI LERNTE IM HIER UND JETZT ZU LEBEN"

    Falls Du Dich damit noch nicht beschäftigt haben solltest, man kann sein Leben tatsächlich portionieren. Ich versuche das JEDENFALLS.

    Es geht darum seine Energie nur auf das zu konzentrieren, was man gerade heute tun kann und das best möglich, sich nicht mit dem gestern oder morgen zu belasten, das raubt nämlich ENERGIE, und das auch noch ohne jeglichen Effekt, da man weder das Gestern, noch das Morgen direkt beeinflussen kann. Man hat nur Einfluss auf das, was man gerade tut. Mir hilft das und dann schreibe ich das auch auf, wenn ich etwas geschafft habe, als quantitatives Tagebuch, damit ich sehen kann, ich habe heute etwas geschafft, sei es Aufstehen, sich nicht umbringen, einen klaren Gedanken fassen, zur Arbeit gehen, eine Angst überwinden, ein Bild malen, einem Menschen zugehört zu haben, ... Es gibt so vieles was man geschafft haben kann und alles ist es wert, es sich bewusst zu machen. Ich leide unter dem Zwang mich permanent abzuwarten, mir hilft es das, was ich geschafft habe, aufzulisten, um zu sehen, dass der Tag nicht vergebens war und ich mich bemüht habe, das Beste daraus zu machen. Mehr kann man nicht tun, oder?