Neun Monate bis Weihnachten, Corona Tag 9

Neun Monate bis Weihnachten

 

Dienstag.

 

Ein seltsamer Tag, dieser Dienstag.

Er will mit uns befreundet sein, da er es immerhin geschafft hat, den Montag zurückzudrängen, aber er wird niemals so gut sein wie ein Mittwoch. Er ist eher ein Donnerstag, der Tag, der uns den Freitag vorenthält, aber immer noch besser als ein Sonntagnachmittag, der uns in trügerischer Sicherheit wiegt, bevor der Montag über uns hereinbricht.

 

 

Nur zur Zeiten von Corona ist das mit den Wochenenden nicht so klar. Auch die Wochentage verlieren langsam ihre Bedeutung.

 

 

Heute sind es noch neun Monate bis Weihnachten. Ich weiß nicht, ob es Sie interessiert, doch ich lasse es mal hier so stehen. Heute war mir im Übrigen nicht sehr nach Stehen. Wollte nicht aufstehen in der Früh, habe nicht sehr gut geschlafen. Es sind diese Gedanken, die einen nicht zur Ruhe kommen lassen. Was mache ich heute? Was habe ich gestern gemacht? Wie wird es morgen? Was ist danach? Nach Corona?  Nur unterbrochen vom Gedanken: Was koche ich heute? Habe ich richtig eingekauft?  Gehört Weinkauf zu den dringend notwendigen Besorgungen? Und wie machen die das beim Greißler ums Eck, diese Sache mit Sicherheitsabstand?  Darf ich Hefe einfrieren?

Sie kennen solche Gedanken.

 

 

Tagebuch Ende.

 

 

Morgen ist auch noch ein Tag. Nein, das ist keine Drohung. Es ist ein Versprechen.

 

 

Ach ja, und ich habe heute wieder einmal gezeichnet. Nicht viel, auf einem kleinen Zettel. Mit Kuli, aber ich mag es.

 

Tagebuch Ende.

 

 

Jetzt wirklich.

 

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