Stellen ohne Namen

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Kater Mikey
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Man möge mir den fehlenden Sonntags-Beitrag nachsehen.

 

Die etwas abgelebten von uns erinnern sich bitte an seinerzeitige Zeiten, nein noch früher. Als wir die Seiten in unseren Tagebüchern füllten mit allerlei Liebesschwüren, Hexensprüchen und dem Alltäglichen füllten. Als … eine unsere Tränen auf das Papier tropfte. Sie zerfloss. Das Papier sich wellte, die Tinte verfloss, die Buchstaben verliefen und wir schluchzten. Plötzlich klopfte es an der Tür (für diejenigen, die ein eigenes Zimmer hatten) … keinesfalls durfte es wer lesen, keine Zeit mehr zum Verstecken des Tagebuchs, kein Vertrauen und schwupps rissen wir die Seite raus und zerknüllten das Stück Papier. Einige von uns schluckten das Knäuel einfach runter, andere verschränkten ihre Arme, das Papier in der Faust.

Was hast du da?

Nichts.

Und dann gab es diese bestimmte Seiten, die – kaum hatte man seine Gefühle und Gedanken darauf verewigt –  sich über sich selbst ärgerte – und die Tagebuchseite mit Wut und Zorn auf sich selbst aus dem Tagebuch riss. So ähnlich ging es mir gestern.

Ich schrieb den Text, ich schrieb die Texte und löschte den Text, löschte die Texte. Kein Speichern. Kein Veröffentlichen. Es war einfach nicht gut. Nicht richtig gut. Richtig so.

 

Gestern war kein guter Tag.

 

Heute ist ein besserer Tag. Vor allem gelang mir die Wohnung an Stellen zu putzen, von denen ich bis heute keine Ahnung hatte. Diese Stellen hatten noch nicht einmal Namen.  Mir war nicht bekannt, wie weit mein Kleiderkasten nach hinten reichte.

 

Meine Tochter war heute richtig motiviert und auch die Schulaufgaben gelangen richtig gut. Damit meine ich richtig schnell. Gleichsam gut. Ohne Zetermordio. Es war gut. Richtig gut. Richtig so.

 

Mein Kater Mikey, er war ein wenig verstimmt heute, gar etwas depri schien er mir. Irgendwas schlug ihm heute aufs Gemüt. Es geht ihm wieder besser, gottlob.

 

 

Es ist Abend und es geht uns allen gut.

Nicht richtig, aber besser.

Besser heute als gestern.

 


Tagebuch Ende.

 

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