Home-Office Schule, Corona Tag 2

 

Nachdem mir von mehreren Seiten glaubhaft – wo wir wieder bei dem Thema Glauben wären (soll an dieser Stelle jedoch nicht näher erörtert werden) – versichert wurde, dass es nicht an meiner fähigen Unfähigkeit läge, wenn es nicht so funktioniert, wie es meinen Vorstellungen nach zu funktionieren hätte, funktionierte es doch. Einigermaßen zumindest. Wir konnten den ersten Teil der an uns gestellten Aufgaben erledigen. Was das Schulische anbelangt gibt es kein meines, deines. Nur unseres. Es ist alles unser. Schule unser. Und so. Gar nicht so abwegig, hier an ein Stoßgebet zu denken. Denn dieses stieß ich zum Himmel und in jede sonst erdenkliche Richtung.

 

Heute habe ich wieder mehr über die verschiedensten Stadien der Teenager-Lernphasen gelernt.  Ich war mitten drin, statt nur dabei.

 

Dem Ich-Muss-Nicht folgt unausweichlich ein Ich-Kann-Nicht. Abgeschwächt nur durch ein Ich-Möchte-Nicht. Dies alles ist im Vergleich zu einem Ich-Will-Nicht ein – verzeihen Sie mir den Ausdruck  - ein Lercherlschas. (ausgesprochen leachalschas)  und steht in keinerlei Bezug zu trotzigen Kindern in der trotzigsten Trotzphase.

 

Dieses Ich-Will-Nicht – es stach förmlich auf mich ein. Alles in mir verkrampfte. Meine Kehle, ich spürte wie sie verzweifelt nach Luft japste. Schweiß stieß durch jede Pore ins Frei. Der Schauder der Angst legte sich wie ein Mantel über mich, wie ein Wintermantel im Hochsommer.

 

Ja, wir schaffen das. Alles wird gut. Yes, we can, hörte ich eine Stimme in meinem Kopf. Dann kicherte die Stimme. „Du weißt doch, aus der Reihe der berühmten letzten Worte.“

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Torsten Hannig (Freitag, 20 März 2020 13:34)

    Ein "users" gibt es bei mir nicht, nur ein" es ist Deine Aufgabe, bei der ich Dir nur helfe, wenn Du Dich auch bemühst". Ich finde Scheitern als Erziehungskonzept ganz lehrreich, ich kann meinen Kindern nicht jedwede Verantwortung für Ihr Leben abnehmen und Bildung gehört dazu. Mit der Kleinen mache ich zwischendurch Lehrnübungs Apps damit das Lernen auch Spaß macht, die drögen Arbeitsblätter müssen trotzdem gemacht werden, denn Schule darf auch in Deutschland nur eine äußerst langweilige Sache sein, so wie schön vor 35 Jahren, in meiner Grundschulzeit. Halte durch, ich sitze hier mit drei Kindern und einer Frau im Homeoffice in Quarantäne fest. Komischerweise geht es mir psychisch besser, seitdem ich nicht mehr unter Leute muss.